Rückversicherung

Was machen Rückversicherer?

Rückversicherer versichern Erstversicherer gegen außergewöhnliche Schadensereignisse wie zum Beispiel Umweltkatastrophen. Rückversicherer haben eine lange Geschichte, die bis in die Seefahrt des 14. Jahrhunderts in Italien zurückgeht. Heute ist der Rückversicherungsmarkt ein gigantischer Markt mit über 150 Milliarden Dollar pro Jahr. Versicherungen agieren solidarisch, dass heißt, sie streuen das Risiko durch den Versicherungsbestand nach dem Gesetz der großen Zahlen. Nach dem Gesetz der großen Zahlen des Schweizer Mathematikers Jakob I. Bernoulli (17. Jahrhundert) kann mit steigender Gruppengröße eine durchschnittliche Schadensgröße genau errechnet werden, so können Versicherungen einfach beschrieben ihre Prämien präzis berechnen. Dies setzt allerdings voraus, dass ein Versicherer ein ausgeglichenen Versicherungsbestand hat, was in der Regel nicht der Fall ist, so verbleibt ein Restrisiko für die Versicherungsunternehmen, das rückversichert werden muss. Zufallsrisiken, zum Beispiel die Anschläge auf das World Trade Center, können die Risikokalkulationen der Erstversicherer vehement tangieren. Im schlimmsten Fall stehen die Erstversicherer vor der Insolvenz. Die Veränderungen bei der Kalkulation der Risiken können sehr unterschiedlich sein. Gesellschaftliche, wirtschaftliche oder klimatische Veränderungen bergen immer Gefahren für die Versicherungswirtschaft. Erstversicherer wälzen nicht das ganze Risiko auf die Rückversicherer ab, sondern nur einen Teil. Im Kern gibt es zwei Arten von Rückversicherungen, die proportionalen und nichtproportionalen Rückversicherungen. Bei proportionalen Rückversicherungen werden sowohl die Prämien als auch die Schäden proportional zwischen Erst- und Rückversicher vereinbart. Im zweiten Fall ist der Rückversicher mit einer festen Quote an der Schadensregulierung beteiligt. Hier richtet sich der Wert nach dem tatsächlichen Schaden. Ähnlich wie bei einem Versicherungsvertrag zwischen Erstversicherer und Versicherungsnehmer wird eine Selbstbeteiligung vereinbart. Erst wenn eine bestimmte Schadenshöhe erreicht ist springen die Rückversicherer ein.

Wie sieht der Markt der Rückversicherer aus?

Weltweit gibt es heute zehn große Rückversicherer, die einen geschätzten Marktanteil von über 40 Prozent haben. Der größte Rückversicherer der Welt sitzt in Deutschland mit der Munich Re. Rund 47.000 Mitarbeiter arbeiten weltweit für den Konzern, der Beitragseinnahmen von rund 25 Milliarden Euro im Jahr 2009 auswies. Die meisten Mitarbeiter der Rückversicherungen sind alles Experten in bestimmten Branchen tätig. Immer mehr drängen die großen Rückversicherer in den Erstversicherungsmarkt, zum Beispiel die Munich Re über die ERGO Versicherungsgruppe. Neben der Munich Re gehören die Swiss Re in Zürich, die General Reinsurance in Köln und die Hannover Rück zu den führenden Rückversicherungsgesellschaften. Die Forschungsarbeit spielt im Rückversicherungsgeschäft eine gravierende Rolle. Eine Weltkarte der Naturgefahren haben Experten der Munich Re entworfen. Heute ist es bereits möglich nach Postleitzahlen ein bestimmtes Katastrophenrisiko zu berechnen. Die Ergebnisse der Forschungen sind nicht nur für die Rückversicherer elementar, sondern auch für die Erstversicherer, die solche Risikobewertungen letztendlich an den Endkunden weitergeben. Branchentreffen sind für die Rückversicherer von besonderer Bedeutung. In Monte Carlo und Baden-Baden finden große Meetings der Rückversicherer statt, wo unter anderem die Konditionen in der Branche ausgehandelt werden. Milliarden-Deals können hier schon in Cafés angebahnt werden. Die größte Nachfrage nach Rückversicherungen besteht in Nordamerika und Europa. Vor allem der südostasiatische Markt wird immer wichtiger.