Was ist die Riester-Rente und was ist das Eigenheimrentengesetz?
Die Riester-Rente ist ein Instrument des Staates, um die private Altersvorsorge zu fördern. Walter Riester, der ehemalige SPD-Arbeitsminister, war derjenige, der diese Form der geförderten Altersvorsorge im Rahmen des damals neuen Altersvermögensgesetzes (202) vorschlug. Seit der Einführung gab es in jährlichen Abständen immer wieder Änderungen, so dass die Materie sehr komplex ist. Zuletzt sollten durch das „Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge“, kurz Eigenheimrentengesetz, die Rahmenbedingungen für das geförderte Altersvorsorgekapital bei Wohn-Riester verbessert werden. Mit dem Gesetz werden vor allem die Tilgungsleistungen steuerlich begünstig. Durch das Eigenheimrentengesetz sind auch Genossenschaftsanteile bei den steuerlich begünstigten Produkten aufgenommen worden. Wohnt man in der betreffenden Genossenschaft, so wird der Erwerb der Genossenschaftsanteile gefördert. Neue Regelungen gibt es auch zur Entschuldung einer selbst genutzten Wohnimmobilie. An die Förderung durch Riester kommen generell Menschen, die in Deutschland steuerpflichtig sind und direkt einer bestimmten Zielgruppe angehören - zum Beispiel Pflichtversicherte in der gesetzlichen Rentenversicherung, Beamte oder Angestellte mit Amtsbezügen. Auch Kindererziehende oder Arbeitssuchende ohne Leistungsbezug können unter bestimmten Umständen an die Förderungen kommen. Sonderregelungen gibt es unter anderem auch für Ehegatten. Zu den Nicht-Zulagenberechtigten gehören unter anderem die nicht rentenversicherungspflichtigen Selbstständigen. In Deutschland „riestern“ fast 14 Millionen Menschen. Die Riester-Rente ist damit ein wichtiger Baustein für die private Altersvorsorge geworden, auch wenn viele die Verträge wieder gekündigt haben. Vor allem die hohen Vertragskosten vieler Riester-Produkte bemängeln die Verbraucherzentralen.
Welche Riester-Produkte werden gefördert und wie fördert der Staat die Produkte?
Die Zulagen zur privaten Altersvorsorge sind auf bestimmte Produkte begrenzt. Zu den geförderten Produkten gehören der Banksparplan, die fondgebundene Rentenversicherung, der Fondsparplan oder die klassische Rentenversicherung. Auch Pensionskassen oder Direktversicherungen werden gefördert. Zentrale Stelle für die staatlichen Zulagen durch die Riester-Rente ist die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) mit Sitz in Brandenburg an der Havel. Sie prüft die Berechtigung und übernimmt Aufgaben wie Auszahlung oder Rückforderung. Die ZfA ist eine spezielle Verwaltungseinheit der Deutschen Rentenversicherung. Um den Verwaltungsaufwand gering zu halten, kommuniziert das Unternehmen, das einen Riester-Vertrag mit einem Kunden abgeschlossen hat, über Softwares direkt mit der ZfA. Grundsätzlich gibt es nur staatliche Zulagen zu Altersvorsorgeverträgen, die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), nach dem Gesetz über die Zertifizierung von Altersvorsorge- und Basisrentenverträgen (AltZertG), geprüft sind. Die Zulagen zu den Altersvorsorgeverträgen gibt es in Form von Altersvorsorgezulagen und Sonderausgabenabzug. Das zuständige Finanzamt muss von Amtswegen her prüfen, welche Form günstiger ist. Die Riester-Rente ist unterm Strich ein sehr komplexes Förderungsprogramm, so dass hier eine ausführliche und professionelle Beratung sehr wichtig ist.
Was muss man bei den Riester-Produkten beachten?
Bei den Riester-Produkten spielen vor allem das Einkommen, die steuerlichen Rahmenbedingungen (vor allem die nachgelagerte Besteuerung = Einkommenssteuer aus Renteneinkünften) und die Produktkosten eine große Rolle. Für Menschen mit höherem Einkommen können die Riester-Produkte eventuell sinnlos, sogar verlustreich sein. Bei der Beratung ist wichtig, dass man sich über alle Optionen der Riester-Produkte informieren lässt. Oft präferieren Kreditinstitute oder Versicherungen bestimmte Produkte, wo sie höhere Provisionen erhalten, so warnen Verbraucherschützer.
Welches Produkt zur Altersvorsorge passt zu mir und welche Kriterien spielen eine Rolle?
Um eine seriöse Altersvorsorge zu analysieren sollte man eine reale Versorgungsanalyse fürs Alter durchführen. Man kann zum Beispiel im Internet die Rentenlücke berechnen, unter anderem bei der Stiftung Warentest. Rund 80 Prozent des letzten Netto-Gehaltes sollte man in der Rente haben, damit man den Lebensstandart einigermaßen halten kann. Immer ist auch die Inflation zu beachten. Hier kann man mit rund 1,5 Prozent langfristig rechnen. Zu überprüfen ist, ob eine betriebliche Altersvorsorge, eine-Rürup-Rente oder eine Riester-Rente als Altersvorsorge sinnvoll ist. Eventuell macht auch keines der Produkte Sinn, zum Beispiel bei älteren Menschen, die schon Immobilienbesitz haben und eher in spekulative Anlagensegmente wie Wertpapiere oder Derivate investieren. Alle Produkte sollte man mit einem Steuerberater thematisieren. Hier sind Aspekte des Gesetzes zur Neuordnung der einkommensteuerrechtlichen Behandlung von Altersvorsorgeaufwendungen und Altersbezügen, kurz Alterseinkünftegesetz (2005), sehr wichtig.
Generell sollte man bei der Auswahl der geförderten Produkte Kriterien wie: Preis-Leistungs-Verhältnis, Alter, Kosten, Risiko, oder auch den Erbfall, in die Überlegungen einfließen lassen. Viele fundierte Informationen zum Themenkomplex Alter und Versorge bietet zum Beispiel das Bundesministerium der Finanzen. Zuerst sollte man sich in seriösen Seiten im Internet über die Altersvorsorgemodelle informieren und dann ein erstes Beratungsgespräch bei der Bank oder der Versicherungsgesellschaft des Vertrauens initiieren. Unabhängige Beratungen leisten viele Verbraucherzentralen. Teils bieten auch die Volkshochschulen spezielle Kurse an. Es gibt unter anderem den Kurs „Altersvorsorge macht Schule“ bei den Volkshochschulen, der von der Bundesregierung, der Deutschen Rentenversicherung und der Verbraucherzentrale Bundesverband getragen wird. Informationen zu den Kursen findet man unter dem gleichnamigen Internetauftritt.