Schiffsbeteiligungen

Was sind Schiffsbeteiligungen und welche Chancen und Risiken bieten sie?

Schiffsbeteiligungen (auch Schiffsfonds genannt) sind ein eigenständiges Anlagesegment und neben den Immobilienfonds der größte Markt für geschlossene Fonds. Geschlossene Fonds werden vom Emittenten über einen bestimmten Platzierungszeitraum angeboten und wenn das notwendige Eigenkapital vorhanden ist wieder geschlossen. Schiffsfonds sind in der Regel gesellschaftlich als GmbH & Co KG firmiert. Aus dieser Anlage entstehen besondere Merkmale für den Anleger, zum Beispiel wird der Anleger Kommanditist und tätigt unternehmerische Investitionen mit Chancen und Risiken, wobei die Risiken im Wirst Case im kompletten Kapitalverlust enden können. Andererseits bietet der Anlagemarkt auch zahlreiche Chancen, vor allem im Containerschifffahrtsmarkt und bei den modernen Tankern. Die Containerschifffahrt ist in den letzten Jahren ein eher gebeutelter Markt gewesen. Rund jedes zehnte Schiff auf den internationalen Meeren ist ein Containerschiff. Es gibt kleinere Frachtschiffe mit bis zu 500 TEU bis hin zu Postpanamax-Schiffen, die durch ihre Größe nicht durch Suez-Kanal und den noch kleineren Panamakanal passen. Die größte Schiffsklasse, auch Capesize genannt, sind riesige Massengutfrachter oder Supertanker, die immer um Kap Horn oder das Cap der Guten Hoffnung fahren müssen. Entwicklungspotential haben teils die modernen Tanker, da die alten Einhüllentanker nach den Regeln der International Maritime Organisation Großteils verschrottet werden müssen. Ein recht stabiles Wachstumssegment stellen die Bulk-Frachter dar, die trockene Massengüter wie Kohle oder Getreide befördern. Rund 40 Prozent der weltweiten Handelsflotten macht die Bulker aus. Andere Segment in der Containerschifffahrt sind eher kritisch zusehen. Ein großes Problem sind vor allem die in den letzten Jahren immens gestiegenen Betriebskosten und die negativen Entwicklungen bei den Charterraten.

Was muss man bei Schiffsfonds beachten und in welche Schiffsklassen kann man investieren?

Die Wahl der richtigen Schiffsbeteiligung ist ein sehr komplexes Thema, wo man Anlageexperten braucht. Seit dem Jahr 2005 muss die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) das Vertragswerk vor Beginn der Emission genehmigen. Zu den Unterlagen gehören ein Emissionsprospekt sowie der Gesellschafts- und Treuhandvertrag. Der Prospekt unterliegt der Prospekthaftung. Natürlich überprüft die BaFin nicht die Richtigkeit der Daten und schon gar nicht die Wirtschaftlichkeit. Konzeptionelle Vorschriften, wie man sie zum Beispiel bei anderen Fondsklassen wie Aktienfonds kennt, gibt es bei Schiffsfonds nicht. Investments in Schifffonds werden im Markt meisten mit einem Mindestkapital von 10.000 bis 25.000 Euro angeboten, meistens jährlich festverzinst und mit einem fixen Auszahlungstermin versehen. Sehr wichtig sind die steuerlichen Aspekte, die man auch mit einem Steuerberater besprechen sollte. Seit 2005 sind vor allem mittelfristige renditeorientierte Schiffsfonds auf dem Markt, die über die Besteuerung der Tonnage profitieren. Die Renditen sind seit Jahren durchschnittlich rückläufiger.

Zu beachten ist immer, dass die Berechnungen zu den Renditen, den Ausschüttungen oder den Steuern langfristige Prognosen darstellen. Faktoren wie: Einstandspreis, Qualität des Schiffes, Schiffsbetriebskosten, Gebühren und Gewinnbeteiligung des Fondanbieters und natürlich der Chartermarkt sind wichtig, um das Investment zu beurteilen. Man kann in alle Klassen von Schiffen investieren. Meistens werden einzelne Container- oder Tankerschiffsbeteiligungen angeboten. Möglich ist auch in eine Beteiligung in eine Flotte mit gleichen oder unterschiedlichen Klassen oder in Spezialschiffe sowie in Dachfonds. Angeboten werden auch gebrauchte Schiffe.