Was sind Staatsanleihen und wie werden sie gehandelt?
Staatsanleihen sind als festverzinsliche Wertpapiere bei konservativen Anlegern sehr beliebt. Sie bieten auf der einen Seite viel Sicherheit und auf der anderen Seite bessere Verzinsungen als klassische Sparbücher/Sparkonten. Staatanleihen sind international ein gigantisches Marktsegment geworden und werden an den internationalen Rentenmärkten gehandelt. Die größten Rentenmärkte sind in den führenden Industriestaaten beheimatet, vor allem in den USA, Großbritannien und Japan. In Deutschland misst die Wertentwicklung der deutschen Staatsanleihen der Deutsche Rentenindex (REX), als Kursindex und der REXP als Performance-Index. Im REX bilden sich 30 repräsentative Bundesanleihen ab. Bei Staatsanleihen gehen die Anleger meistens in nationale Titel, die als sicherer gelten. Vor allem bei Staatsanleihen mit weichen Fremdwährungen aus Entwicklungsländern sollte man vorsichtig sein. Anbieter von Staatsanleihen sind die Banken oder Direct Brooker. Bei diesen Anbietern kann man die Papiere zum tagesaktuellen Kurs kaufen. Bundeswertpapiere kann man teils auch kostenlos bei Finanzagentur des Bundes erwerben, zum Beispiel die Tagesanleihen oder aktuelle Bundesobligationen. Möchte man Bundesanleihen über die Finanzagentur der Bundesrepublik Deutschland kaufen, so braucht man ein Schuldbuchkonto, eine Art Bankdepot. Die Verwaltung ist kostenlos und kann über das Internet, Telefon oder Post vorgenommen werden. Lastschriftverfahren und Überweisungen sind möglich. Für Telefon- und Internetbanking muss man sich freischalten lassen.
Welche Typen gibt es und was muss man beachten?
Deutsche Staatsanleihen gibt es in verschiedenen Produkten. Diese variieren zum Beispiel nach Laufzeit, Mindesteinlage, Höchstbetrag, Zinszahlungsart, Rückzahlungsart oder Verkaufsoptionen. Bundeschatzbriefe und Bundesobligationen sind Papiere mit einer langen Laufzeit über 6-7 Jahre bzw. 5 Jahre. Bundesanleihen laufen über 10 Jahre und haben wie Bundesobligationen keinen Mindestauftragswert. Hier werden die Zinsen jährlich bezahlt. Die Rückzahlung erfolgt bei allen Staatsanliehen, außer bei der Tagesgeldanleihe und dem Typ-B der Bundesschatzbriefe zum Nennwert. Bei der Tagesgeldanleihe wird der Tagespreis (Nennwert plus Zinsen) ausgezahlt. Bei Typ-B der Bundeschatzbriefe der Nennwert plus Zinsen. Unterschiede gibt es bei den Bundesanleihen unter anderem in Bezug auf die vorzeige Rückgabe. Bei Tagesanleihen, dem jüngsten Produkt der Bundesfinanzagentur, ist die tägliche Rückgabe zum Marktpreis möglich. Bei Finanzierungsschätzen, die über 1-2 Jahre laufen, ist die vorzeitige Rückgabe nicht möglich. Bei den Bundesanleihen, die über 10-30 Jahre laufen, erfolgt die Zinszahlung jährlich und nach Börseneinführung ist der tägliche Verkauf zum Tagespreis möglich.
Welche Gebühren fallen bei den Bundeswertpapieren an und welche Risiken gibt es?
Manche Bundeswertpapiere sind über die Finanzagentur in Frankfurt/Main gebührenfrei (zum Beispiel die Tagesgeldanleihe) oder mit üblichen Bankprovisionen verbunden. Zu den Kosten gehören die Depotgebühren, die von den Finanzinstituten erhoben werden. Bei der Finanzagentur sind die Depotkosten gebührenfrei. Bei Staatsanleihen gibt es generell das Risiko, dass das Kapital und/oder die Zinsen von den Emittenten nicht fristgerecht oder ganz ausbezahlt werden können, man spricht vom Kreditrisiko oder Adressausfallrisiko. Staatsanleihen von Ländern wie Deutschland oder Österreich haben meistens die höchste Bonitätsstufe AAA (Triple A). Triple A ist dabei die Bonitätsstufe 1, während die schlechte Bonitätsstufe CCC und darunter ist. Griechenland hatte zum Beispiel nach der Ratingagentur Standard & Poor’s fast den Veraschungsstatus BB+ (St.: Ende April 2010). Bestimmte Ratingagenturen sind in Deutschland nach der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) zur Bonitätseinstufung zugelassen, unter anderem Rating-Agenturen die unbeauftragte Bonitätsbeurteilungen vornehmen, zum Beispiel The McGraw-Hill Companies, unter der Marke “Standard & Poor’s Ratings Services” (S&P) oder Moody’s Investors Service. Die Bonitätsbeurteilungskategorien und die zugelassenen Anbieter finden Anleger auf der Homepage der BaFin. Für Staatsanleihen von Ländern, die keine guten Bonitäten vorweisen, gibt es Risikozuschläge. Bei Ländern, die Staatsanleihen nicht in der eigenen Währung oder harten Währungen wie dem Euro oder dem US-Dollar ausgeben, müssen die Anleger das Währungsrisiko oder das Ausfallrisiko beachten.
Welche US-amerikanischen Staatsanleihen gibt es?
Der Rentenmarkt für US-amerikanische Staatsanleihen ist einer der liquidesten Markt der Welt. Die kurzfristigen Anleihen von bis zu einem Jahr nennt man T-Bills. T-Bills werden über Auktionen emittiert und stellen eine Sonderform der Anleihen dar, sogenannte Nullkuponanleihen (Zero-Bonds), wo es keine laufenden Zinszahlungen gibt. Der Gewinn der Zero-Bonds ergibt sich aus der Differenz zwischen Erwerbspreis und Verkaufskurs. Langfristige US-Staatsanleihen werden T-Bond genannt und haben eine Laufzeit von 10-30 Jahren.