In Deutschland haben alle großen Volksparteien ihre parteinahen Stiftungen. Sie arbeiten auf verschiedenen Ebenen, unter anderem auf individueller, gesellschaftlicher und internationaler Ebene. Auf internationaler Ebene werden die politischen Stiftungen immer wichtiger, vor allem in der Dialogarbeit mit den sogenannten Transformationsländern. Transformationsländer sind Staaten, die sich langsam, gewollt oder ungewollt, zu marktwirtschaftlichen Demokratien entwickeln, wie sie im Westen verstanden werden. Zu den Transformationsländern in Europa bzw. Asien gehören die mittel- und osteuropäischen Staaten (MOE) und die Neuen Unabhängigen Staaten (NUS) der ehemaligen UDSSR. Gefördert werden die politischen Stiftungen dabei durch das Bundesministerium für Entwicklung und Zusammenarbeit. Generell finanzieren sich politische Stiftungen aus Fördergeldern des Bundes, der Länder und zu kleineren Teilen aus Veranstaltungseinnahmen oder anderen Services. Alle großen Stiftungen sind international tätig, vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern. Vor allem die Vermittlung von Handlungskompetenzen und Wissen stehen im Vordergrund der bilateralen Beziehungen, die durch die poltischen Stiftungen gefördert werden. Obwohl die politischen Stiftungen keine Wirtschaftsförderungsorganisationen sind, können trotzdem wirtschaftsfördernde Informationen und Begegnungen über die Stiftungen gepflegt werden. Die Stiftungen organisieren viele Veranstaltungen wie Tagungen oder Kongresse, wo Kompetenzträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zusammenkommen.
Die Stiftungen arbeiten auf Grundlage ihrer demokratischen und wirtschaftssozialen Vorstellungen, die durch die Parteien vorgegeben sind. Zu den großen politischen Stiftungen gehören: die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS), die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), die FDP-nahe Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit (FNS), die Bündnis90/Grünen-nahe Heinrich–Böll-Stiftung (HBS) und die Rosa-Luxemburg-Stiftung (RLS) der Partei Die Linke. Zu den wichtigen politischen Stiftungen wird auch die Hanns-Seidel-Stiftung in München gezählt, die sich im Dienste von Demokratie, Frieden und Entwicklung sieht. Auch letztere Stiftung unterhält internationale Kontakte. Büros politischer Stiftungen findet man in der Regel in den Hauptstädten der Partnerländer. Sie haben alleine durch ihre Repräsentanz vor Ort viele nützliche Informationen zum Alltagsgeschehen in Politik und Wirtschaft. Manche Stiftungen sind in Schwellen- und Entwicklungsländern in Entwicklungsprojekte involviert. Die politischen Stiftungen sind gerade in den Entwicklungspartnerschaften in Afrika, Asien und Lateinamerika stark involviert. Neben der Deutschen Botschaft, der Deutschen Schule, dem Goethe-Institut und der GTZ, sind die politischen Stiftungen oft die einzigen deutschen Repräsentanzen in Ländern der Dritten Welt. Politische Stiftungen sind im Ausland oft sehr angesehen, da sie auch aus finanzieller Sicht die demokratischen Strukturen in den Ländern fördern.
Häufige Fragen zum Themenkomplex Politische Stiftungen:
Was leisten politische Stiftungen?
Welche großen politischen Stiftungen gibt es?
Welche Rolle spielen die politischen Stiftungen in der Außenpolitik?
Welche Rolle spielen die politischen Stiftungen in der Außenwirtschaftsförderung?