Turbo-Zertifikate

Turbo-Zertifikate sind Produkte, die für den Anleger überproportionale Gewinne in Aussicht stellen, aber auch mit hohen Risiken ausgestattet sind. Turbos gibt es zum Beispiel auf Aktien, Börsenindexe oder beliebte Rohstoffe oder Edelmetalle. Die Schwankungsbreite einer Aktie ist hier gegenüber den Optionsscheinen kein Problem. Der Anleger hat durch den geringeren Kapitaleinsatz auf die Aktie oder den Index die Möglichkeit durch Hebelwirkungen satte Gewinne einzustreichen. Im negativen Fall kann er aber einen großen Verlust erleiden. Durch Stop-Loss-Marken kann man das Risiko minimal begrenzen. Vom Prinzip her sind Turbo-Zertifikate private Finanzprodukte wie Termingeschäfte. Sie verbinden die positiven Eigenschaften von Futures und Optionsscheinen und bilden die Bewegungen des Basiswerts nahezu eins zu eins ab. Der Anleger setzt auf steigende oder fallende Kurse. Der Bezugswert bestimmt den Kapitaleinsatz. Liegt zum Beispiel der DAX bei 5000 Punkten und ist der Bezugswert (Basiswert) ist 100, so muss der Anleger 50 Euro Bezugswert bezahlen. Da die Emittenten sich über Wertpapierkredite absichern, wird diese Wertpapierkreditabsicherung eingerechnet. Ist dieser Betrag zum Beispiel 45 Euro, so der Preis 5 Euro für den Turbo. Da die Banken den Kredit finanzieren müssen wird ein Aufgeld verlangt zum Beispiel 2 Euro. Insgesamt bezahlt der Anleger dann in diesem Beispiel 7 Euro. Ist das Bezugsverhältnis in diesem Fall 100 und steigt der DAX um 500 Punkte, so wird dieser Wert direkt in 5 Euro Gewinn umgewandelt. In diesem Fall hätte man 12 Euro. Der Turbo-Zertifikatsanleger hätte in einem solchen Fall einen viel höheren Gewinn zu verbuchen als der Direktanleger.

In einem negativen Fall kann der Anleger aber auch überproportional Geld verlieren, da sich der Turbo-Mechanismus auch hier auswirkt. Fallen die Kurse sehr stark, so kann ein Totalverlust eintreten. Ist die definierte Knock-Out-Schwelle erreicht, oder überschreitet/unterschreitet der Basiskurs diese Barriere, so ist das Papier wertlos. Man kann eine bestimmte Stop-Loss-Marke setzten, um in negativen Fällen einem geringeren Restwert zu erhalten. Durch das Knock-Out-Level hat das Turbo-Zertifikat in negativen Fällen ein höheres Risiko als bei einem Optionsscheinen, wo man noch einen Zeitwert verbuchen kann. Vor allem riskante Anleger, die hohe Gewinne durch Hebelwirkungen verbuchen wollen, sind die Zielgruppe für die Turbos. Anleger sollten immer das Risiko begrenzen und nicht das gesamte Kapital in hochspekulative Investments stecken. Im Markt gibt es Turbo-Bull-Scheine auf kurzfristig steigende Kurse und Turbo-Bear-Scheine auf fallende Kurse.