In den letzten Jahren ist vor allem der Markt an innovativen Zertifikaten, die rechtlich gesehen Schuldverschreibungen sind, dynamisch gewachsen. Es gibt viele Spekulationsprodukte auf Rohstoffe, die vor allem durch Zertifikate für Anleger interessant sind. Nachgefragt sind vor allem Zertifikate auf Erdöl, Gold und Silber. Man kann alle möglichen Produkte wie Basisedelmetalle oder Agrarprodukte mit Zertifikaten versehen. Es gibt auch Banken, die sich auf exotische Rohstoffe spezialisiert haben und zum Beispiel Rohstoff-Aktien in Aktienkörben anbieten. So unterschiedlich die Produkte sind, so unterschiedlich sind auch die Zertifikatsprodukte, die man im Markt findet. Der größte Teil, und für den Anleger am einfachsten nachvollziehbar, sind Preis-Zertifikate, die denn Marktwert eins zu eins reflektieren. Meistens werden Open-End-Zertifikate angeboten, die endlos laufen. Es gibt Aktienkörbe, die in Form von Zertifikaten auf dem Markt sind, die langfristig bestimmte Schwerpunkte setzen. Rohstoff-Zertifikate sind meistens auch durch die unterschiedlichen Währungen Devisen-Terminkontrakte. Die Wechselkursrisiken kann man im Kontrakt gegen eine Gebühr absichern. Man spricht bei Zertifikaten mit Währungssicherheiten von sogenannten Quanto-Zertifikaten. Das Devisenkursrisiko spielt bei vielen Spekulationen auf Rohstoffe, Edelmetalle oder Agrarprodukte eine zentrale Rolle, da bei negativen Wechselkursentwicklungen die Performance des Basiswertes negativ beeinflusst wird. Reine Quanto-Zertifikate gibt es nicht, vielmehr wird der Begriff Quanto nur bestimmten Zertifikatsmodellen hinzugefügt. Immer dann, wenn Anleger keine Vorstellungen zu Devisenentwicklungen haben, machen solche Wechselkurssicherungsmodelle Sinn.
Rohstoff-Zertifikate sind für private Anleger speziell entwickelt Produkte, die sich an institutionellen Termingeschäften im Rohstoffmarkt anlehnen. Rohstoff-Zertifikate gibt es zum Beispiel in Form von Turbos: Hebelprodukte, die mit höheren Gewinnchancen und Risiken einhergehen (s. Hebel-Zertifikate und Turbo-Zertifikate). Beliebt sind bei Anlegern Index-Rohstoff-Zertifikate, die eine sehr große Transparenz für den Anleger bieten. Man sollte immer genau darauf achten, ob es sich bei den Produkten um Zertifikate handelt, die einen Index reflektieren, oder ob es sich um einen Aktienkorb handelt, der einen Index künstlich nachbildet. Grundsätzlich ist die Spekulation auf Rohstoffe eine riskante Sache, da es in diesem Markt teils hohe Schwankungsbreiten gibt. Man sollte sich als Anleger im Rohstoffmarkt auskennen oder einen professionellen Investment-Berater haben. Wer weniger riskieren will, der sollte eher auf einen Index oder bekannte Güter wie Gold oder Erdöl setzen und diese über ein Quanto-Zertifikat absichern. Gerade Agrarprodukte können täglich stark schwanken. Wer also zum Beispiel in Turbos zu Produkten wie Weizen oder Zucker und Ähnliches investiert, trägt ein hohes Anlagerisiko und sollte ein Profi sein. Die Abwägung zwischen Chancen und Risiken sollten im Mittelpunkt jeder Anlageform stehen. Umwelteinflüsse durch Hurrikans, Überschwemmungen oder Dürreperioden sind heute ein globales Umweltproblem und können sehr schnell die Zertifikatswerte beeinflussen.