Sprint-Zertifikate

Sprint-Zertifikate sind für private Anleger gedacht, die auf moderate Aktienkurssteigerungen setzen und überproportional an Kursgewinnen partizipieren wollen. Die Zertifikate weisen allerdings einen begrenzten Zielkurs aus. Der Anleger kann von den moderaten Kursgewinnen mit hohen Partizipationsraten überproportional profitieren, kann allerdings bei viel höheren Kursgewinnen nicht an diesem positiven Szenario teilnehmen wie zum Beispiel bei direkten Investments von Aktien. Die Zertifikate werden mit einem Basispreis auf die Aktien ausgeben und weisen einen Zielkurs aus. Ist das Zertifikat zum Beispiel 100 Euro Startkurs wert und der Zielkurs liegt bei 130, so kann der Anleger bei einer Partizipationsrate von 200 Prozent, bei einem Kurs am Stichtag von 120 Euro, insgesamt 140 Euro verbuchen (100 Ausgabepreis + Kursgewinn von 20 Euro x 2 = 140 Euro). Sprint-Zertifikate werden meist über einen kürzeren Zeitraum aufgelegt (Sprint) und zahlen sich durch den Hebel besonders aus, wenn die Laufzeit eingehalten wird. Wie andere Zertifikate kann man diese täglich im Markt verkaufen. Liegt der Kurswert am Schluss auf dem Basiswert oder oberhalb, so wird dies in Bar ausgeschüttet. Liegt der Schlusskurswert unter dem Basispreis, so erhält der Anleger die Aktie zum Marktpreis und kann eventuell danach auf steigende Kurse spekulieren. Der Anleger hat also kein größeres Risiko als ein Direktanleger, allerdings bekommt der Anleger auf das Sprint-Zertifikat keine Dividenden ausbezahlt. Die Dividenden gehen dem Emittenten zu.

Sehr wichtig ist bei Sprint-Zertifikaten, dass man den richtigen Einstieg findet. Investiert man nicht gleich in der Emissionsphase in das Zertifikat, so kann der Basispreis im Markt später höher sein und nähert sich eventuell stark dem Zielkurs an, was das Kurspotential minimiert. Startkurs, Laufzeit, Zielkurs, Restlaufzeit des Zertifikats oder die Partizipationsrate sind in solchen Anlagen zentrale Kriterien zur Auswahl. Zertifikate kann man direkt als Aktiendepot an der Börse handeln oder bei den Emittenten erwerben. Bei Filialbanken, Direktbanken oder Online-Brokern kann man die Anlagen tätigen. Online-Broker können zum Beispiel bestimmte Mindestordermengen definieren und verlangen unterschiedliche Ordergebühren pro Zertifikat. Die großen Online-Broker bieten den gesamten Zertifikatsmarkt an. Über hunderttausend Zertifikate werden heute an den deutschen Börsen gehandelt. Man kann auch Zertifikatssparpläne, zum Beispiel bei Direktbanken und Online-Brokern, tätigen. Hier wird eine monatliche Sparrate für Zertifikate vereinbart. Der Markt an Zertifikatssparplänen ist im deutschsprachigen Raum überschaubar und kann ein alternatives Sparmodell sein. Die Mindestraten für die Zertifikatssparpläne werden meistens quartalsweise oder jährlich fällig. Man kann so zum Beispiel eine Mindestrate von 100 Euro im Jahr definieren und auf geeignete Zertifikate mit hohen Renditen setzen.