Rohstoff-Zertifikate sind moderne Anlageinstrumente für private Anleger, die an den interessanten Rohstoffmärkten teilnehmen möchten. Die Anlageklassen des Rohstoffhandels sind die am dynamischsten wachsenden Märkte bei privaten Anlegern. Private Anleger können zum Beispiel über den Derivate-Handel oder dem börslichen Handel mit Themenfonds oder Zertifikaten an den Rohstoffmärkten partizipieren. Der Handel mit Rohstoffen stellt meist auch eine Absicherung gegen Verluste an den nicht korrelierenden Aktienmärkten dar. Da Anleger ein sehr fundiertes Wissen über die oft komplexen Rohstoffszenarien haben müssen, bieten sich Anlageformen wie Index-Zertifikate an, die den Markt transparent abbilden. Rohstoff-Zertifikate können die Wertentwicklung einer Rohstoffbranche oder mehrerer Rohstoffmärkte abbilden. Wie bei jeder anderen Anlageform auch, sollte man Chancen und Risiken genau abwägen und sich professionellen Finanzdienstleistern anvertrauen. Bei vielen Rohstoffen spielen nicht nur wirtschaftliche Faktoren in die Prognosen mit ein, sondern auch politische und klimatische Faktoren. Das Internet bietet auf vielen Portalen die Chance, den privaten Anlegern die Welt der Rohstoffe fundiert näherzubringen. Rohstoffe sind auch stark geprägt vom Handel mit dem US-Dollar und sehr Konjunktur-affin. Konjunkturelle Prognosen zu aufstrebenden Wirtschaftsnationen wie China, Indien oder Brasilien spielen im Rohstoffhandel generell eine zentrale Rolle. Rohstoffzertifikate gibt es zum Beispiel auf bestimmte Branchenunternehmen, spezifischen Rohstoffklassen wie Edelmetalle oder Erdölprodukte, oder auch auf Kursentwicklungen an bestimmten außerbörslichen Handelsplätzen wie der London Platinum and Palladium Exchange für Platin und Palladium. Beim OTC-Handel (außerbörslicher Handel) mit Gold und Silber spielt der London Bullion Market (LBM) eine zentrale Rolle beim Gold- und Silberpreisfixing.
Es gibt heute im Rohstoff-Zertifikathandel währungsgesicherte und nicht-währungsgesicherte Zertifikate. Die gängigen Rohstoffe notieren alle auf US-Dollar, so dass das Thema Währungsrisiko ein latentes Anlagethema darstellt, das man heute allerdings gezielt einkalkulieren kann. Auf Rohstoffe kann man unter anderem mit Open-End-Zertifikaten setzen, die u.a. auf Bezugsverhältnisse von 1:10 oder 1:1 basieren. Rohstoff-Zertifikate von 1:1 geben die Kursentwicklung des Rohstoffes zu hundert Prozent wieder. Höhere Bezugsverhältnisse wie 1:10 kennt man bei Endlos-Zertifikaten zu teuren Edelmetallen wie Gold, Silber oder Platin, die sich auf eine Feinunze (31,1035 Gramm) beziehen, so werden die hohen Marktpreise für Gold oder Platin pro Feinunze besser im Markt der privaten Anleger handelbar. Auf Rohstoffe (engl. Börsenbegriff Commodities) kann man auch in Form von Rohstoff-Index-Zertifikaten handeln. Solche Rohstoff-Indexe repräsentieren oft bis zu 24 Rohstoffe. Die Indexe reflektieren häufig die Terminkontrakte der großen fünf Rohstoffklassen: Edel- und Industriemetalle, Energie, Agrar und Lebendvieh. Man kann Index-Zertifikate über garantierte Kapitalgarantien absichern. Es gibt eine Reihe moderner Rohstoff-Index-Zertifikate, die Finanzinstitute und Investmenthäuser auf den Markt gebracht haben. Für Index-Zertifikate im Rohstoffmarkt spricht vor allem die große Transparenz.