Platin ist auf Grund des seltenen Vorkommens in der Natur und den aufwendigen Fördermethoden eines der teuersten Edelmetalle im Rohstoffhandel. Vor allem die Autoindustrie, die Medizintechnik oder die Schmuckindustrie schätzen das teure Edelmetall, da es ein sehr korrosionsbeständiges Edelmetall ist. Aus Platin, wie auch aus Palladium, stellt die Autoindustrie vor allen Fahrzeugkatalysatoren her. Palladium und Platin weisen identische chemische Reaktionsvermögen auf, so dass Palladium zur Substitution genutzt wird. Seigt der Preis für Platin gehen viele Marktteilnehmer in das Segment des günstigeren Platins: dem Palladium. Neben Palladium gibt es auch einige Metalle, die annähernd gleiche chemische Eigenschaften wie Platin aufweisen, zum Beispiel Ruthenium, das als Legierung Platin und Palladium härter macht und unter anderem die Verschleißfestigkeit bei elektronischen Schaltkontakten erhöht. Mit Abstand ist Südafrika der weltgrößte Produzent für Platin. Reine Platinbergwerke findet man nur in Südafrika. Aus dem Abbau von Nickel- und Kupfererzen wird heute Platin vor allem in Russland, Kanada und den USA gewonnen. Heute ist Platin noch vor Gold das zweitwertvollste Edelmetall. Wertvoller ist nur Rhodium, das vor allem deshalb so teuer ist, da es in der Natur nur sehr selten vorkommt und Rhodium eine breite Anwendungspalette bietet. Bei den Fahrzeugkatalysatoren wirkt Rhodium als Katalysatormaterial bei der Reduktion von Stickstoffmonoxid.
Platin und Palladium werden außerbörslich am Londoner OTC-Markt für Platin und Palladium gehandelt. Um den außerbörslichen Handel vereinfachen zu können gibt es sogenannten Good-Delivery-Regeln. Bei Edelmetallen geben die jeweiligen maßgebenden Organisationen wie der London Platinum and Palladium Market (LPPM) oder der London Bullion Market (Gold/Silber) bestimmte Spezifikationen für die physischen Edelmetalle vor, die dann mit dem Standartsiegel Good Delivery international gehandelt werden. Spezifikationen gibt es bei Platin oder Palladium in Bezug auf die Form (Barren oder Tafel), das Gewicht, die Reinheit, der Markierung oder dem Aussehen. Ein Platin-Barren muss nach Good Delivery mindestens 99,95% Platin enthalten. Mindestgewicht im OTC-Handel ist ein Kilogramm, Höchstgewicht sechs Kilogramm Platin. Neben dem OTC-Handel gibt es den Börsenhandel mit Metallen und Edelmetallen an den Metallbörsen in New York oder London. An Edelmetallmarktentwicklungen kann man unter anderem in Form von Partizipationszertifikaten auf den Marktpreis spekulieren oder über Platinum-Fonds teilnehmen. Rohstoff-Investments werden oft als Depotoptimierung eingesetzt. Da viele Rohstoffe in der Regel nicht mit dem Aktien- oder Anleihenmarkt korrelieren werden Rohstoffanlagen als Depotsicherheiten gesehen. Üblicherweise werden Edelmetalle in US-Dollar gehandelt. Um die Währungsschwankungen abzusichern, kennt man zum Beispiel sogenannte Quanto-Zertifikate. Beim Platinhandel ist vor allem die Abbau- und Liefersituation in Südafrika wichtige Marktfaktoren. Aus Südafrika kommen rund drei Viertel der Platinproduktion. Hier sollen rund 90 Prozent des weltweiten Platinvorkommens lagern.