Schweizer Banken

Der Finanzdienstleistungsmarkt in der Schweiz ist ein zentraler Wirtschaftsbereich im Land. Rund zehn Prozent der Schweizer Wertschöpfung wird über den Finanzdienstleistungsmarkt generiert. Das Schweizer Bankenwesen hat in der Welt einen einzigartigen Ruf. Die Schweiz ist weltweit führend in der Vermögensverwaltung, vor allem bei Vermögen ausländischer Kunden. Die zwei größten Bankkonzerne in der Schweiz sind Credit Suisse und USP. Als Universalbanken sind beide heute weltweit in Finanzdienstleistungsgeschäften tätig. Neben den Großbanken gibt in der Schweiz unter anderem die Raiffeisenbanken, die Sparkassen, die Kantonalbanken, die Regionalbanken und spezialisierte Banken wie Vermögensverwaltungsbanken. Zahlreiche ausländische Banken haben sich in der Schweiz niedergelassen, vor allem am Finanzplatz Zürich. Die zentrale Schweizer Dachorganisation der Finanzhäuser ist die Schweizerische Bankiervereinigung, kurz SBVg. Sitz der Dachorganisation der Banken ist Basel. Die Schweizerische Bankiervereinigung ist nicht nur Interessensgesellschaft der Banken, sondern auch wichtiges Organ in der Selbstregulierung des Marktes, zusammen mit der Eidgenössischen Bankenkommission, die wiederrum in der Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA) organisiert ist. Die öffentlich-rechtliche Anstalt FINMA hat ihren Sitz in der Bundeshauptstadt Bern und kontrolliert alle Bereiche des Schweizer Bankwesens. Das oberste Kontrollorgan der FINMA ist das Schweizer Parlament. Unter anderem ist die FINMA die oberste Kontrollinstanz in Sachen der Geldwäschereibekämpfung, die seit Ende der 1990er Jahre durch das Anti-Geldwäscherei-Gesetz besonders im Fokus der eidgenössischen Finanzmarkt-Wächter steht.

Kennzeichnend für die Schweizer Banken ist das Schweizer Bankgeheimnis, das sich territorial nur auf die Schweiz bezieht. Das Schweizer Bankgeheimnis ist u.a. definiert durch die Schweizerische Bankiervereinigung und kennt heute auch zahlreiche Grenzfälle, wo dass Bankengeheimnis nicht wirkt. Seit dem Jahr 2009 gibt es kein Bankengeheimnis mehr gegenüber der zentralen Kontrollinstanz, der Eidgenössischen Finanzmarktaufsicht. Das sehr strikte Bankgeheimnis in der Schweiz ist in den letzten Jahren vor allem der EU ein Dorn im Auge gewesen. Heute gibt es seitens der EU und der Schweiz bilaterale Verträge, so dass in bestimmten Fällen auch eine Rechtshilfe in der Schweiz geleistet wird, dies betrifft vor allem die Hinterziehung von indirekten Steuern. Das Bankgeheimnis ist allerdings in der Schweiz immer noch zentraler Bestandteil des Finanzplatzes Schweiz. Für den Schweizer Finanzplatz bricht vor allem die wirtschaftliche Stabilität des Landes, die Neutralität und die zentrale Lage in Europa. Die Schweiz hat als Finanzplatz für ausländische Investoren wenig an Attraktivität in den letzten Jahren verloren. Für viele ist auch die Wertstabilität des Schweizer Frankens ein wichtiges Kriterium bei der Vermögensanlage in der Schweiz. In den letzten Jahren ist vor allem die Privatisierung in der Schweiz sehr stark vorangetrieben worden. Die Schweiz gilt heute als eines der Vorzeigeländer in Sachen Privatisierung in Europa. Durch die Bankenkrise ist auch die Schweiz betroffen. In Zukunft möchte man vor allem wieder das traditionelle Kundenvermögensgeschäft in den Mittelpunkt der Geschäftstätigkeiten stellen.