Umschuldung

Kredite werden häufig mit langen Laufzeiten abgeschlossen, egal ob im Bereich der Privat- oder der Baufinanzierung. In jedem Fall können sich während der Laufzeit verschiedene Veränderungen ergeben, die eine Umschuldung notwendig oder sinnvoll werden lassen. Durch geänderte Leitzinsen der Zentralbanken können die aktuellen Zinssätze der Banken zum Beispiel deutlich niedriger ausfallen. Kreditnehmer könnten bei einer solchen Umschuldung schnell einige Hundert Euro Zinskosten sparen. Ebenso verhält es sich bei Ratenkrediten bzw. den teuren Dispositionskrediten. Viele Kunden nutzen zudem die Möglichkeit, Waren per Kredit zu finanzieren und haben daher bereits einige dieser Darlehen abgeschlossen. Um die Übersichtlichkeit zu erhöhen sowie die monatlichen Kreditraten zu senken, lohnt auch hier eine Umschuldung. Vor einer Umschuldung sollte man jedoch die jeweiligen Darlehensbedingungen, die Zinsen sowie die Kosten des neuen Kredites mit dem bisherigen Kredit vergleichen. Gerade bei Baufinanzierungen lohnt sich eine Umschuldung nur dann, wenn der neue Zinssatz deutlich niedriger ist, denn hier muss auch die Sicherheit, die Grundschuld, auf die neue Bank übertragen werden. Bei Ratenkrediten gestaltet sich die Umschuldung oft einfacher, denn diese sind meist unbesichert. Um eine Umschuldung nutzen zu können, müssen zuerst die Kündigungsfristen des bisherigen Kredits betrachtet werden. Bei klassischen Ratenkrediten, die zum Beispiel der Finanzierung von Autos, Wohnungseinrichtungen oder Elektronikartikeln dienen können, haben Kreditnehmer häufig bereits nach sechs Laufzeitmonaten die Möglichkeit, den Kredit zu kündigen. In einigen Fällen müssen Kreditnehmer jedoch noch eine Frist von drei Monaten einhalten. Nach Ablauf dieser Zeit kann der Kredit vollständig zurückgezahlt werden. Anders verhält es sich jedoch bei Baufinanzierungen, die grundschuldbesichert vergeben wurden. In der Regel ist es Kreditnehmern hier erst nach zehn Jahren gestattet, den Kredit zu kündigen. Doch auch dann müssen noch mindestens sechs Monate Kündigungsfrist beachtet werden. Da Baufinanzierungen häufig nur mit Zinsbindungsfristen von zehn Jahren abgeschlossen werden, ist die Kündigung somit während der Laufzeit kaum möglich. Sowohl beim Ratenkredit als auch bei der Baufinanzierung gestatten die Banken jedoch im Einzelfall, vorzeitig aus dem Kreditvertrag auszusteigen. Dies kann durch die Zahlung einer Vorfälligkeitsentschädigung erfolgen, die den der Bank entstandenen Schaden ersetzen soll. Viele Banken bieten ihren Kunden an, sich nach Abschluss des Kreditvertrages selbst um die Formalitäten der Umschuldung zu kümmern. Hierzu gehört beispielsweise die Anfrage an die bisher finanzierende Bank, welcher Ablösebetrag zum Termin fällig wird. Dieser wird dann von der Bank überwiesen. Auch den Übergang der Sicherheiten übernimmt die neue Bank, der Kreditnehmer muss sich in der Regel nicht darum kümmern.